20.08.2017, von Alex Rouse

Retten und Bergen, auch auf Abwegen - Groß-Gerauer Bergungsgruppen üben Retten aus Höhen und Tiefen

Sei es im unwegsamen Gelände oder auf Gebäudetrümmern: Das Bewältigen von gefährlichen Höhenunterschieden ist bei vielen Rettungsaktionen nötiges Handwerkszeug. THW-Helfer erleben gemeinsam mit der Bergwacht ein aufregendes Ausbildungswochenende in der malerischen Natur des Lautertals.

Das Leben ist ein auf und ab - das merkten auch die Helfer der Bergungsgruppen des Ortsverbandes Groß Gerau am vergangenen Wochenende. Am Freitagnachmittag machten sie sich mit drei Fahrzeugen auf den Weg zur Unterkunft des Ortsverbands Bensheim, der als Bereitstellungsraum für die Ausbildung genutzt wurde. Der Bezug und das Leben im Bereitstellungsraum ist mit vielen Details behaftet: Von A - wie Aufbau der Feldbetten - über Laden von Funkgeräten oder Verpflegung bis zum Z - wie Zähneputzen mit sauberem Wasser - muss in größeren Schadenslagen an alles gedacht werden. Gerade für solche Großschadenslagen ist das THW bundesweit mit seinen 80.000 einheitlich ausgestatteten und ausgebildeten Helfern besonders gut aufgestellt.

Dass der gastgebende Ortsverband Bensheim am Samstag parallel eine Großübung der Rettungsorganisationen im eigenen Landkreis mit absolvierte und alle Aktivitäten reibungslos nebeneinander durchgeführt werden konnten, bestätigt, wie geübt und routiniert das ablaufen kann. Das Übungs- und Ausbildungsgelände der Groß-Gerauer Helfer war rund um den Hohenstein im malerischen Lautertal. Inmitten der Natur war natürlich auch der Umweltschutz Thema und so wurde bei allen Ausbildungsinhalten immer mit darauf eingegangen, wie Umweltschäden bei Rettungseinsätzen vermieden werden können. Der Hohenstein bietet vor allem für zwei Szenarien hervorragende Möglichkeiten: Das Retten im unwegsamen Gelände und die Arbeit auf Gebäudetrümmern - beides Situationen, denen die Helfer von Bergungsgruppen regelmäßig begegnen. Sei es, dass eine Person aus einem Abhang im Wald gerettet werden muss, an dem sie verunglückt ist, sei es, dass ein Gebäude zusammengestürzt ist und einen Trümmerberg bildet, der von oben herab abgetragen werden muss, um Verschüttete daraus zu befreien. Der Hohenstein ist mit seiner Gesteinsschichtung einem solchen Trümmerkegel in vielen Eigenschaften sehr ähnlich.

Eine Aufgabe in beiden durchgearbeiteten Situationen ist es, eine Gruppe von Helfern schnell nach oben oder unten bringen. Hierzu wird durch zwei Helfer ein Seil installiert, an dem sich die übrigen Helfer dann gleichzeitig bewegen und auch Arbeiten mitten im steilen Gelände oder Trümmerkegel durchführen können. Das Material für eine solche Aktion steht allen THW Bergungsgruppen zur Verfügung. Die Groß Gerauer Helfer haben nun den Umgang mit dem Material intensiv geübt.

 

Den Gefahren der Höhe zu begegnen muss man üben. Um die Helfer nicht in Gefahr zu bringen halfen die Ehrenamtlichen der Bergwacht Darmstadt-Dieburg und sicherten die Bergungshelfer bei jeder Übung ab. Sie ergänzten die Lehrinhalte immer wieder mit viel Hintergrundwissen und ergänzten die geübten Maßnahmen um Tricks aus deren Alltag. Die Bergwacht, so lernten die Groß Gerauer Helfer, entwickelte sich aus einer Gruppe zum Schutz der Umwelt der Berge heraus zu einer Bergrettungsorganisation. Mittlerweile entwickelt sich das Repertoire der Bergwacht noch weiter zur gestandenen Höhen- und Luftrettung.

 

Schon die Anfahrt war für die Fahrer der Großfahrzeuge eine spannende Aufgabe, sind die Zufahrtswege doch einigermaßen schmal und unbefestigt. Das Gangbar-Machen eigener festgefahrener Fahrzeuge wurde so zum unfreiwilligen aber dankbar aufgenommenen Ausbildungsinhalt, frei nach dem Motto „Leben in der Lage“.

Als ob das Wochenende damit nicht schon genug Aufregung geboten hätte, absolvierten die THW-Helfer in der Nacht von Freitag auf Samstag „so nebenbei“ noch einen Einsatz, bei dem in der Groß Gerauer Innenstadt eine zerschlagene Schaufensterscheibe durch Holzplatten verschlossen wurde, um das betroffene Ladengeschäft vor Einbruch und Witterung zu schützen.


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